Eigenverantwortlichkeit

Der Kern, den ich allen vermittle mit denen ich mentales Training oder Meditation mache, ist, dass man selbst nur mit sich schon ein hervorragendes und abgeschlossenes System ist. Das heißt, wir sind zumindest hier in unserer Überflussgesellschaft und sobald wir erwachsen sind immer selbst für uns, unsere Gefühle und unser Glück verantwortlich. Das mag für manche erstmal nach einer wahnsinnigen Last und Aufgabe klingen. Für mich und für die meisten, die zu mir kommen, ist es, wenn man die Aussage wirklich versteht, eine unglaubliche Erleichterung von nichts und niemandem abhängig zu sein. All-ein, komplett, voll funktionsfähig und bei Weitem nicht einsam zu sein. 

Wenn man sich auf dieser Basis Input und Hilfe bei konkreten Problemchen holt, kann man viel freier aufnehmen, annehmen und das Angenommene dann umsetzen. 

Egal, wie müde, erschöpft, krank, ausgelaugt oder dankbar, glücklich, zufrieden und euphorisch man ist, all diese Befindlichkeiten können unabhängig vom äußeren Umfeld stehen.

Klingt erstmal etwas seltsam. Aber, soviel wir auch wahrzunehmen glauben, unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit ist immer sehr eingeschränkt und lückenhaft. Vielmehr ist unsere Wahrnehmung nur eine Projektion dessen, was in uns bereits vorhanden ist. Unser Umfeld spiegelt uns unsere Befindlichkeiten und Bewertungen. Wir fokussieren und sehen also immer das, was schon in uns „lebendig“ ist. 

Also kann man das Ganze etwas stilisieren: 

Wir sind ein abgeschlossenes System mit vielen Erfahrungsschätzen und Gefühlen. Diese Erfahrungen und Gefühle sind wie programmierte und installierte Knöpfe, bzw. wie eine Brille mit der Sehstärke unserer Erfahrungsschätze. Durch unser Umfeld werden also zum Großteil Knöpfe gedrückt, die bereits installiert wurden, bzw. sehen wir überwiegend das, was wir mit unserer Sehstärke wahrnehmen können.

Die Frage ist dabei nur, ob das, was wir da nun wahrnehmen überhaupt der Realität entspricht. Woher sollen wir denn wissen, was Realität ist, wenn unsere Wahrnehmungsfähigkeit so eingeschränkt ist?

Mein Prinzip, das sich bisher langfristig und nachhaltig bewährt, ist folgendes:

Vertraue immer auf dein Gefühl! Aber nimm deine Gefühle nicht so ernst!

Klingt wieder sehr widersprüchlich. Ist es aber nicht! 

Wenn ich ein Gefühl habe, dass mich mich angespannt oder in irgendeiner Weise bedrückt fühlen lässt, ist immer der Auslöser dafür, dass durch meine derzeitige oder momentane Situation etwas in mir getriggert wird, was mich mich hilflos fühlen lässt. Einfacher gesagt: In mir wurde ein Knopf gedrückt. Der Knopf ist da, Knopf wird gedrückt, Gefühl kommt, Aua, Reaktion, noch mehr Aua. Das ist bei den meisten Menschen das Muster. Die Sache ist die: Gefühle sind wundervoll und meiner Meinung nach, die Sprache der Seele. Aber, Gefühle schwanken, kommen und gehen in Zyklen und sind momentane Bestandsaufnahmen, ob das was ich gerade tue und wer ich bin, das ist, was ich will und sein will. 

Da ich das Meer liebe, stelle ich mir meine Gefühlswelt immer wie einen großen Ozean vor. Jedes Gefühl wird einem Lebewesen zugeordnet. Die Schildkröte ist z.B. die ruhige Zufriedenheit und Dankbarkeit. Neid (ein wirklich unnötiges Gefühl) ist eine stumpfe, nur am bodenliegende Seegurke. Die Euphorie sind fliegende Fischschwärme. Trauer wird von der Moräne verkörpert. Und so weiter. Der Fantasie sind bei solchen Spielchen keine Grenzen gesetzt. 

Jedenfalls schwimmen diese schönen Lebewesen alle immer wieder mal vorbei und ich bestaune sie mit ruhiger Hingabe. Finde es vor allem im Nachhinein faszinierend, wie sich das Meer dabei aufbäumt und wieder ruhig wird. Ich begrüße und genieße sie und weiß, dass sie wieder vorübergehen. Bei starken Gefühlen, die mich länger als 30-60 Minuten negativ beeinflussen und die mich von meinem schönen Alltag abhalten würden, muss ich entweder meinen vorhandenen Knopf dafür deinstallieren und die Sehstärke meiner Brille verändern, oder ich muss etwas daran ändern, was ich gerade denke oder tue. 

Das Wichtigste dabei ist, immer bei sich und seinen Knöpfen, seinen Gefühlen und seinen Bedürfnissen zu bleiben und den ganz individuell für sich richtigen Lebensstil zu finden. 

In den folgenden Einträgen geht es um die verschiedenen Ansätze, die ich im Laufe der Jahre herausgefunden und gesammelt habe und die den Verstand und das Gefühl zusammen mit dem Körper in Harmonie bringen. 

Was man fühlt, was man denkt und was man tut, verschmelzen dann immer mehr zu einem großen Ganzen. Das ist für mich Glück und innere und äußere Harmonie!

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