Sicher im Leben stehen

Wie bereits erwähnt, müssen sich alle Schüler die ersten paar Minuten die Füße massieren. Das hat zum einen den Vorteil, dass der Schülerwechsel etwas ruhiger verläuft, weil der Nächste sich bereits an seinen Füßen zu schaffen macht, während ich den Vorangegangenen in Ruhe verabschieden und dem Neuen einen Tee machen kann. Die Schüler können erstmal sitzen, ankommen, sich erden und entspannen und wir haben die Möglichkeit, den Stundeninhalt der jetzigen oder der letzten Stunde zu besprechen, oder ein wenig zu tratschen, ohne dabei die kostbare Zeit zu verschwenden.

Seit zwei Jahren war ich nicht mehr wirklich krank. Manchmal habe ich den Verdacht, dass es daran liegen mag, dass ich mir so gut wie jeden Tag mehrmals die Füße massiere. Vielleicht mag es aber auch am Flow liegen, am Sport oder an der Ernährung, oder daran, dass mein Leben so stress- und problemfrei geworden ist. Wie auch immer, ist wohl immer eine Mischung aus allem. Zumindest tut dieses Füßekneten unheimlich gut:

Zu allererst wird der Fuß einfach durchgeknetet und warm gemacht, so wie es für jeden individuell angenehm ist und wir streichen anschließend die Fußsohle mit den Daumen oder der Faust aus. 

Dann drücken wir mit den Fingerkuppen von oben zwischen die Mittelfußknochen und halten von unten mit dem Daumen dagegen, um den Druck zu erhöhen. Das ist anfangs etwas unangenehm oder gewöhnungsbedürftig. Je weiter man Richtung Knöchel hoch wandert und je schmaler die Abstände werden, desto mehr ziept es.

Wenn wir schon etwas Platz in den Mittelfuß gebracht haben, nehmen wir den Fuß am Ballen unter dem großen und dem kleinen Zeh zwischen die Hände und ziehen nochmal kräftig auseinander. 

Als nächstes, drücken wir die angezeigten Schmerzpunkte auf folgende Weise:

Wir drücken auf den Punkt, sodass ein dumpfer oder stechender Schmerz entsteht. Dabei entspannen wir bewusst die Muskeln (beide Füße, den Bauch und Beckenboden, die Zunge und den Kiefer) und atmen unter stetiger Erhöhung des Drucks aus. Haben wir vollständig ausgeatmet, halten wir den Druck auf dem Punkt gleichbleibend und atmen tief und sehr entspannt ein. Beim zweiten Ausatmen, erhöhen wir wieder langsam den Druck, usw.. Abschließend wird nochmal über die Punkte mit der flachen Hand gerieben.

Dies hat folgende Funktion: Wir erzeugen ein Gefühl, das normalerweise zur Folge hat, dass man die verschiednen Ebenen anspannt. Nicht umsonst gibt es die Redewendung „Zähne zusammen beißen“, wenn es um schmerzhafte Situationen geht. Wir lösen bewusst Schmerz aus und verändern über den Atem und das bewusste Entspannen gezielt den körperlichen Reflex. 

Abschließend werden nochmal der gesamte Fuß und der Unterschenkel kräftig durchgeklopft und sanft auf dem Boden abgestellt. Den Unterschied der beiden Füße bemerken alle. Dann an dem anderen Fuß wiederholen. 

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