Resonanz oder Zielen bevor ich schieße

Wenn auch nicht ganz chronologisch,  möchte ich als nächstes gerne über die oberste 7. Ebene schreiben. Auch in meinem Unterricht geht es nachdem ich mich mit meinen Schülern über das Erden und Loslassen nach unten beschäftigt habe, immer als nächstes um das Öffnen nach Oben. Diese Gegensätzlichkeit in ihren jeweiligen Extremen geben erst die Möglichkeit für Balance im Körper. Außerdem wird einem sofort schwindelig, bis hin zur Ohnmacht, wenn man wirklich ohne jegliches Öffnen nach oben, separiert die unteren Ebenen löst. Das Gute daran: Wenn ich weiß, wie ich mich aus dem Nichts muskulär in die Ohnmacht schicken kann, weiß ich auch, wie ich Kreislaufprobleme und Schwindelanfälle auflösen oder vermeiden kann. Viele junge Frauen können ein Lied von solchen Kreislaufgeschichten singen und durch diesen Artikel mit ein wenig Übung höchstwahrscheinlich auflösen.

Zwei Seiten sind für mich unabdingbar für ein entspanntes und zufriedenes Leben und für eine freie Stimme:

Körperliche und emotionale Entspannung und Gelöstheit zum einen und Klarheit im Geist, klare Präsenz und konkrete Fokussierung auf den Moment auf der anderen Seite. Hier kommt die 7. Ebene ins Spiel.

Unter der Dusche, wenn ich Kopfhörer in den Ohren habe, wenn Nebengeräusche wie Föhn oder Staubsauger um mich herum sind, wenn ich Auto fahre, wenn ich das Kloputze und kopfüber hänge ect. ist meine Stimme so gelöst und die Höhe fällt viel leichter. So oder so ähnlich höre ich es sehr häufig. In jeder dieser Situationen fühle ich mich in meinem Raum abgeschirmt und geschützt und wie unter einer Glocke. Als hätte ich einen großen Astronautenhelm, ähnlich einem riesigen Goldfischglas auf dem Kopf und kann dadurch alle äußeren Störfaktoren einfach eliminieren. Außerdem schärfen sich meine Sinne, da ich trotz der Nebengeräusche mein Umfeld exakt wahrnehmen möchte. Doch was passiert bei dieser wohligen Vorstellung und wie kann ich muskulär immer auf Abruf diese Öffnung herbeiführen? 

Nun, wir entspannen wieder bestimmte Muskeln nach unten hinten und kommen dabei wieder in eine Öffnung nach vorne oben. Hierzu wieder verschiedene Möglichkeiten und Übungen:

  1. Wie bereits erwähnt stellen wir uns vor dass wir uns eine riesengroße Kugel auf den Kopf setzen. Je nach Typ kann man dafür verschiedene Bilder nehmen und die Kugel mit unterschiedlichen Dingen füllen (Licht, Goldstaub, Wasser, Feuer, Blitze, verschiedene Farben, ect. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe seit einigen Jahren schon sobald ich einen Schritt aus der Tür gehe mental diese Glocke um mich gebaut, um mich von meinem äußeren Umfeld abzugrenzen. Persönlich stelle ich mir diese Glocke einfach als Summe aller Moleküle um mich herum vor. Ich mache mir also die einzelnen Luftmoleküle in meiner direkten Umgebung bewusst, die durch meine Bewegungen und Töne selbst in Bewegung geraten.
  2. Wer gut muskulär fährt, ist hier sehr gut aufgehoben: Legen wir uns die Handflächen links und rechts an die Schläfen und beißen den Kiefer zusammen, spüren wir wie viel Muskelkraft und Spannung in dieser oberen Partie des Kopfes überhaupt möglich ist. Nun halten wir mit beiden Händen unseren Kopf und stellen uns vor, dass wir diese beiden Muskeln in unsere Hände entspannen (wieder in Richtung unten-hinten). Dabei merken wir schon wie Vorne auf der Stirn und im gesamten Gesicht eine Öffnung passiert. Nun kann ich auch dort noch weiterdenken und mir vorstellen wie sich meine Neben-, Stirn- und Kieferhöhlen öffnen, ausdehnen und entspannen. Ich switche hierbei ständig hin und her zwischen Kopfmuskulatur und Gesichtshöhlen. Wenn meine Nase auch nur leicht verstopft ist, muss ich mir mittlerweile nur 3min lang vorstellen wie sich die Faszien in meinen Nasennebenhöhlen entspannen und sie ist wieder frei. Da ich das Öffnen der Kopfmuskulatur sehr viel geübt habe, genügt bei mir, wenn ich unterwegs oder unter vielen Menschen bin, nur noch eine unauffällige und sanfte Berührung an der Schläfe und mein Körper reagiert sofort. 
  3. Stelle ich mir vor, dass ich an einer Blume rieche und gleichzeitig versuche dabei die Vögel und ein rauschendes Bächlein aus der Ferne zu hören, passiert Ähnliches. Hecheln und Schnüffeln wie ein kleiner Mops mit platter Schnauze ist auch immer eine beliebte Übung, die ich häufig verwende.
  4. Eine Mischung aus Gähnen, Seufzen, Riechen, Niesen, Lachen, Weinen, Druckausgleich und „Kotzen“. So waren die Vergleiche, die Resonanz betreffend, die ich über Jahre sammeln konnte. Alle gemeinsam haben, dass sie die inneren Muskeln hinter der Nase (Das „Nadelöhr“ in das alle ihre Stimme fädeln sollen und wollen) öffnen und aktivieren. Mit „Singen ist wie Riechen/Kotzen/Lachen ect.“ allein war ich jedoch immer etwas verloren. Ich musste wissen welchen Muskel genau ich benutze/aktiviere und welchen ich entspanne. Denn alle Vergleiche haben zwar eine Schnittmenge, die es umzusetzen gilt, sind aber eben doch nicht genau so, denn sie haben teilweise andere muskuläre Prozesse die es tunlichst zu vermeiden gilt. Ich sage: „Heiße Kartoffel“ und alle singen als wären sie um 20 Jahre älter, depressiv und hätten drei Nächte nicht geschlafen. Nun was immer sehr gut funktioniert ist, den Schülern zu sagen, sie sollen Niesen. Der Muskel der kurz bevor der Nieser rausgeschossen kommt aufgeht, ist der Muskel, der während des Singens immer aktiv und offen sein soll. Stellt man dann noch die Ohren auf „Lauschmodus“/Druckausgleich ist schon sehr viel an Klang gewonnen.

Fazit: Alle muskulären Bewegungen in der Resonanz, die entspannt die Gesichtsmuskeln und die Muskeln am Kopf öffnen und mich wieder über die Entspannung in die Aktivität führen, sind von Vorteil. Alles was zu viel Kontraktion und somit zu viel Spannung bringt, schließt mir meinen Raum nach oben. Ein stark kontrahierter und überspannter Muskel stiehlt mir Schwingung und Fokus. Resonanz öffnen bedeutet für mich also vor allem Fokus auf den Moment und absolute Präsenz. Probieren Sie mal diese Übungen und achten Sie dabei darauf, wie sich Ihre Wahrnehmung dabei verändert oder schärft.

Je schärfer und bewusster die Wahrnehmung, desto bunter und schöner der Moment 🙂  

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