GEDICHTE

 

Gesellschaft (März 2019)

Das Leben zieht und fließt vorbei

Und wer sich wehrt versinkt.

Du denkst, was ist denn schon dabei?

Doch wer sich wehrt ertrinkt!

Ertrinkt in der Gesellschaftsmasse,

ein Brei von Menschen ohne Sinn.

Sie denken nur in Wert und Klasse.

Wahrheit und Achtung sind dahin.

Drum nimm dich an und starte heute!

Geh deinen Weg, hör auf dein Herz!

Lass dich nicht führen von der Meute!

Vermeide diesen Weltenschmerz!

Sähe mit Hingabe und Mut

und sieh, wie alles blüht und sprießt.

Mit Achtsamkeit und ohne Wut,

weil du das Leben hier genießt.

 

 

Zu Hause (Frühjahr 2018)

Und wieder bin da dann nur ich.

Und ja verdammt ich fürchte mich

Vor Kälte und vor Einsamkeit!

Und kein zu Hause weit und breit.

Wie wünscht ich mir doch einen Ort

Der mich schützt und hält und wärmt.

Ein Platz fürs Herz, so rein und fort

Von allem was das Herz verhärmt.

Dort könnte ich die Ruhe finden.

In der Stille ganz bei mir.

Mich aufs Neue ganz verbinden.

Ein zu Hause wie bei dir!

 

 

Kolibris (Sommer 2015)

Lotos blüht am Waldesrand,

versprüht den Duft der Lotosblüten.

Der ist den Kolibris bekannt

die nicht sehr fern in Nestern brüten.

Wenn die Sonne still versinkt

und die Dämm’rung Schutz verleiht,

beim zarten Duft der Lotosblumen

sind die Kolibris bereit.

Sie flattern, zweifeln, scheuen, zittern

Emsig freudig wach erregt

Wenn sie den Duft der Blüten wittern,

Der sanft Die Abenluft bewegt.

Die Dämmerung neigt sich der Nacht,

Das Flattern stellt sich langsam ein.

Der Lotos blüht in vollster Pracht:

Ein Blütenmeer im Mondenschein.

 

 


Die Maden (Sommer 2011)

Es waren einst zwei Vögelein,

die konnten es nicht lassen sein,

sich stets zu streiten um die Maden

hinter dem grünen Fensterladen.

Sie fingen an sich drum zu messen,

das Bessere sollt sie schließlich fressen.

Denn jenes, welches sollte siegen,

sollte alle Maden kriegen.

 

Das eine sprach: „Du wirst’s nicht glauben:

Ich bin viel stärker als die Tauben!“

Das Kleinere von beiden weinte,

denn es stark zu sein nicht meinte:

„Die Taube ist ein großes Tier!

Stärker als die? Da graut es mir!“

Sogleich wurde dies ausgenutzt:

 „Ich war mein Lebtag nie verschmutzt!“

Das Kleine, das ganz dreckig war,

verlor den Mut fast ganz und gar:

„Ich weiß, du spielst auch nur im Gras,

 im Schlamm macht’s mir nur viel mehr Spaß.“

 Da wurde noch eins draufgesetzt:

„Nie haben Katzen mich zerfetzt!“

 Es sah hinab auf seinen Arm,

den Federn kaum noch hielten warm.

Es konnt sich gestern grad noch retten

vor Katze Gertrud, dieser Fetten.

 

So sprach’s: „Ich kann das alles nicht,

drum tue ich nun meine Pflicht.

Du sollst gern alle Maden haben,

und dich allein an ihnen laben.

Denn all dies werd‘ ich niemals lernen,

so gilt es mich nun zu entfernen.

Ernähre mich fortan von Kohl,

mach´s gut, mein Freund und Lebewohl!“

 

Doch als es nun gegangen war,

wurde dem andren plötzlich klar,

wie wenig ihm die Maden schmeckten.

Wie fehlte ihm, dass sie sich neckten,

wie wenig machte es ihm Spaß,

wenn es allein die Maden fraß.

Drum flog es los ohne Verschnaufen

und landete im Hundehaufen.

Befreite sich von Katzenklauen,

und wurd‘ verhauen von Taubenfrauen.

 

Verschmutzt, zerfetzt und ohne Kraft

hat es das Vöglein doch geschafft,

seinen Kumpanen aufzuspüren

und ihn nach Haus zurückzuführen.

Heut‘ sitzen sie am Fensterladen,

fressen gemeinsam ihre Maden.

 

Wer sich nach Leistung definiert,

der hat das Leben nicht kapiert! 

 

 

 

 



 

 

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